Stand: 20.10.2026 • 18:57 Uhr
Der Rückruf von Millionen VW-Fahrzeugen liegt noch nicht lange zurück, nun muss Volkswagen erneut einen Mangel beheben. Auch in Deutschland sind viele Autos betroffen - wegen fehlerhafter Batterien.
Wegen fehlerhafter Batterien ruft der Autobauer VW weltweit fast 72.700 E-Autos in die Werkstätten. In Deutschland geht es bei den insgesamt drei Rückrufen um rund 10.000 Fahrzeuge, wie aus Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervorgeht.
Betroffen sind laut der KBA-Rückrufdatenbank größtenteils die VW-Modelle ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz (KBA-Referenznummer 17137R), sowie der Cupra Born (KBA-Referenznummer 17103R). Dabei gehe es um Fahrzeuge bestimmter Produktionszeiträume.
Bei den Modellen ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz umfassen zwei Rückrufe Fahrzeuge, die zwischen 2022 und 2025 gebaut wurden. Beim Modell Born der spanischen VW-Tochter Cupra geht es um Fahrzeuge aus den Jahren 2022 bis 2024.
"Produktionsfehler bei Zulieferern"
Dass Volkswagen einen Rückruf wegen fehlerhafter Batterien vorbereitet, war bereits seit vergangener Woche bekannt. Interne Qualitätsprüfungen hatten nach Angaben des Konzerns ergeben, dass einzelne Hochvolt-Batteriezellen bei bestimmten Fahrzeugen nicht den Qualitätsanforderungen entsprechen.
Grund dafür seien Produktionsfehler bei Zulieferern. "In seltenen Fällen kann dies zu einer erhöhten thermischen Belastung dieser Batterien führen, im Extremfall könnte ein Brand entstehen", hieß es. Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden waren nach KBA-Angaben zunächst nicht bekannt.
Informiert werden die Halterinnen und Halter betroffener Autos per Brief. Darin stehen alle wichtigen Informationen - unter anderem zum genauen Ablauf und zu den Ansprechpartnern. Auch weitere Abhilfemaßnahmen sollen schriftlich mitgeteilt werden.
Ladebegrenzung als Sofortmaßnahme
Die Batterien müssen den Angaben nach in den Werkstätten überprüft werden. Bis dahin sollen Halter ihre Fahrzeuge nur bis höchstens 80 Prozent aufladen und Warnhinweisaufkleber anbringen.
Wo es technisch möglich ist, begrenzt das System die verfügbare Ladekapazität selbst. Erst wenn eine Batterie als in Ordnung bewertet wird, kann die Begrenzung aufgehoben werden.
Von dem Fehler betroffene Batteriemodule müssen nach früheren Angaben eines VW-Sprechers nicht zwangsläufig getauscht werden, möglicherweise genügt ein Softwareupdate.
Millionenrückruf vor wenigen Wochen
Schon Ende September hatte VW wegen einer korrosionsanfälligen Schraube an der Lenkung weltweit rund fünf Millionen Autos in die Werkstätten gerufen. Der Fehler kann in Einzelfällen die Befestigung der Lenkung und damit ihre Funktion beeinträchtigen. In Deutschland sind vom Rückruf fast 1,4 Millionen Fahrzeuge von VW und den Konzernmarken Audi, Seat und Skoda betroffen.
Es ist auch nicht der erste Rückruf wegen Batterieproblemen im laufenden Jahr: Bereits im März hatten VW und Cupra deshalb weltweit mehr als 90.000 Autos in die Werkstätten beordert - davon 28.000 in Deutschland.
