Vor griechischen Inseln Zwölf Migranten sterben bei Bootsunglücken in der Ägäis
Stand: 19.10.2026 • 14:07 Uhr
Vor den griechischen Inseln Samos und Lesbos sind binnen weniger Stunden zwei Boote mit Migranten verunglückt. Laut Behörden starben mindestens zwölf Menschen. Ein mutmaßlicher Schleuser wurde festgenommen.
In der Ägäis sind bei zwei Vorfällen mit Flüchtlingsbooten insgesamt zwölf Menschen ums Leben gekommen. Beide Unglücke ereigneten sich vor griechischen Inseln, die nahe an der türkischen Küste liegen.
Am Morgen kamen vor der Insel Samos sechs Flüchtlinge ums Leben. "Ein Boot mit Migranten ist gesunken und sechs Menschen konnten nur noch tot geborgen werden", erklärte die griechische Küstenwache. Das Boot kenterte offenbar nach einem scharfen Manöver. 14 der Passagiere konnten gerettet werden.
Vorfall auch vor Lesbos
Vor der griechischen Insel Lesbos kollidierte in der Nacht ein Schnellboot mit Migranten an Bord mit einem Schiff der Küstenwache, wie Medien unter Berufung auf die Behörden berichten. Dabei kamen ebenfalls sechs Menschen ums Leben, darunter ein Säugling. Acht Menschen wurden demnach gerettet, der genaue Unfallhergang soll untersucht werden. Ein türkischer Passagier gilt als mutmaßlicher Schleuser und wurde festgenommen.
Menschenrechtler verweisen auf eine ähnliche Kollision vor der Insel Chios im Februar. Dabei starben 15 Flüchtlinge. Überlebende warfen der Küstenwache damals vor, sie sei ohne Vorwarnung über die Menschen hinweggefahren. Die Küstenwache bestreitet das.
Mit Informationen von Moritz Pompl, ARD-Studio Athen
