Mit Mars-Rover "Idefix" Japan startet Mission zu Mars-Monden
Stand: 19.10.2026 • 22:43 Uhr
Der Mars-Mond Phobos steht im Mittelpunkt der jüngsten Weltraummission: Nun ist die Trägerrakete vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima aufgebrochen. Es ist die erste Mission, bei der Material von der Marsregion zur Erde gebracht werden soll.
Eine japanische Raumsonde ist samt dem deutsch-französischen Rover "Idefix" Richtung Mars aufgebrochen. Eine H3-Rakete hob erfolgreich mit der Sonde von Japans Weltraumbahnhof Tanegashima auf der gleichnamigen Insel im Südwesten des Landes ab.
Ziel der Raumfahrtmission ist der Mars-Mond Phobos. Dort soll der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtbehörde CNES entworfene "Idefix" im Jahr 2029 aufsetzen. Später soll auch die Hauptsonde dort landen und Gesteinsproben einsammeln. 2031 sollen dann mit einem Rückkehrmodul erstmals Proben von Phobos zur Erde gebracht werden.
Der zweite Marsmond, Deimos, soll lediglich bei mehreren Vorbeiflügen untersucht werden. An der Mission beteiligen sich fünf Raumfahrtorganisationen. Geleitet wird das Projekt mit dem Namen "Martian Moons Exploration" (MMX) von der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa. Die Mission gilt als technisch äußerst anspruchsvoll.
Wie entstanden die Monde des Mars?
Die Mars-Monde Phobos und Deimos sind neben dem Erd-Mond die beiden einzigen Monde im inneren Sonnensystem mit seinen Gesteinsplaneten Merkur, Venus, Erde und Mars. Sie sind viel kleiner als der Erd-Mond und nicht kugelförmig, sondern unregelmäßig geformt. Der größte Durchmesser von Phobos beträgt knapp 27 Kilometer, der von Deimos 15 Kilometer. Phobos umkreist dabei den Mars in geringerer Entfernung als Deimos.
Die MMX-Mission zu Phobos soll unter anderem die Frage klären helfen, wie die beiden Mars-Monde entstanden - ob sie eingefangene Asteroiden sind oder aber nach einem Meteoriteneinschlag auf dem roten Planeten entstanden.
Außerdem soll geprüft werden, ob sich der Mars-Mond als Standort für eine Raumstation für eine spätere bemannte Erforschung des Mars eignet.
Die auf fünf Jahre angelegte Mission zum Mars-Mond Phobos gilt als ausgesprochen komplex und anspruchsvoll.
Sammeln verschiedenster Daten
Das Gemeinschaftsprojekt Deutschlands und Frankreichs "Idefix" ist kaum größer als eine Mikrowelle und verfügt über vier Räder. Abgesehen von den Mond-Proben soll der Rover etliche Daten und Bilder sammeln. Dafür ist er mit verschiedenen Instrumenten ausgestattet. Ein Raman-Spektrometer an "Idefix" sollen die chemische Zusammensetzung des Gesteins untersuchen, ein Radiometer die thermischen Eigenschaften der Oberfläche.
Hochauflösende Kameras, darunter sogenannte Wheelcams an den Rädern, sollen die unmittelbare Umgebung, den Sandfluss und die Interaktion mit dem Fahrwerk aufnehmen. An den Rädern sind kleine Schaufeln oder "Rippen" befestigt, die nicht nur die Zugkraft verbessern sollen, sondern auch erlauben, über die Kameras Rückschlüsse auf das Verhalten des Untergrunds zu ziehen. So lässt sich etwa die Porosität des Materials und seine Festigkeit bestimmen.
Da der Rover nicht direkt zur Erde kommunizieren kann, läuft der Funkverkehr über die MMX-Sonde. "Es dauert im Durchschnitt etwas mehr als zwei Tage, bis wir die Daten auf der Erde haben. Deswegen müssen wir - anders als bei den Mars-Rovern - bei dieser Mission den Zustand des Rovers mit alten Daten beurteilen", erklärt der DLR-Projektleiter Markus Grebenstein.
Mit diesen soll dann seine aktuelle Situation simuliert werden, um zu entscheiden, ob "Idefix" seine nächste geplante Aufgabe ausführen kann oder nicht. Seine ersten Ergebnisse über den Untergrund soll "Idefix" liefern, damit für die Landesonde ein sicherer Landeplatz ausgewählt werden kann.
Mit Informationen von Jan Kerckhoff, BR
