Sturmtief "Luise" in Teilen Deutschlands Verletzte und Schäden nach erstem Herbststurm
Stand: 24.10.2026 • 09:31 Uhr
Bäume und Äste auf Straßen und Gleisen, ein umgestürztes Gestell: Sturmtief "Luise" ist über Teile Deutschlands hinweggefegt. Zwei Menschen wurden schwer verletzt. Mit "Manja" zieht schon der nächste Sturm heran.
Der erste kräftige Herbststurm des Jahres hat vor allem im Westen und Südwesten Schäden hinterlassen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Feuerwehren und Polizei rückten in mehreren Bundesländern zu Einsätzen aus - meist wegen umgestürzter Bäume oder abgeknickter Äste. Zumeist gab es durch Sturmtief "Luise" Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden.
Die Gefahr ist aber noch nicht gebannt: Deutschland steht ein weiterer stürmischer Tag bevor. Vor allem in den Höhenlagen und an der Nordsee sind nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) stürmische Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometern in der Stunde möglich - auf dem Brocken im Harz sogar noch darüber.
Gestell stürzt auf Festgelände, Probleme auf der Schiene
Schwere Folgen hatte der Sturm in Nastätten im Norden von Rheinland-Pfalz. Dort warf eine Böe am Freitagnachmittag ein Gestell um, während in der Nähe ein Oktobermarkt stattfand. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Menschen schwer verletzt.
Auch auf der Schiene kam es zu Störungen. Am Karlsruher Hauptbahnhof flog ein Gegenstand in die Oberleitung. Reisende berichteten von "massivem Funkenschlag". Bei Pforzheim am Nordrand des Schwarzwaldes prallte eine Regionalbahn mit Hunderten Fahrgästen an Bord gegen einen Ast und musste auf der Strecke stehen bleiben.
Bei Aachen blieb ein ICE mit 280 Fahrgästen nach einem Oberleitungsschaden liegen und wurde von einer Diesellok zum Bahnhof Stolberg geschleppt. Der Europa-Park in Rust schloss vorübergehend seine großen Achterbahnen im Freien.
Remscheid und Duisburg: Bäume stürzen um
In Duisburg brachten Sturmböen im gesamten Stadtgebiet Bäume zum Sturz. Verletzte gab es bisherigen Erkenntnissen zufolge nicht. Die Feuerwehr zählte rund 40 Sturmschaden-Einsätze, wie es hieß. An der A1 stürzte ein größerer Baum gegen eine Lärmschutzwand. Die Autobahn wurde in Fahrtrichtung Köln zeitweise gesperrt.
Nach Angaben des DWD zieht "Luise" im Laufe des Samstags Richtung Ostsee und Dänemark ab. Tagsüber lässt der Wind vorübergehend nach, an der Küste sind aber weiter Sturmböen möglich.
Nach "Luise" kommt "Manja"
Ab dem Abend zieht von Westen "Manja" heran. In der Nacht zum Sonntag drohen kräftiger Regen und stark auffrischender Südwestwind. Bis Sonntagvormittag kann laut DWD regional Regen in "unwetterartigen Mengen" fallen. Der Sonntag wird nach DWD-Angaben außer im Südosten ein windiger bis stürmischer Tag. An der Nordsee sind Böen bis 100 Kilometer pro Stunde und einzelne Orkanböen möglich, ebenso am Feldberg im Schwarzwald.
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwartet von Sonntag bis Montag deutlich erhöhte Wasserstände. In Hamburg könnte eine Sturmflut auflaufen, dann würde der tiefer gelegene Teil des Fischmarkts überflutet.
Außerdem fahren die Schnellfähren nach Helgoland am Wochenende nicht, die Halligen werden am Sonntag und Montag nicht angesteuert.
