Stand: 13.10.2026 • 14:54 Uhr
US-Steuerunterlagen werfen der britischen Zeitung "The Times" zufolge Fragen zur korrekten Offenlegung der Vergütung des FIFA-Präsidenten auf. Am Donnerstag kommt es im FIFA-Rat zum ersten Aufeinandertreffen der europäischen Vertreter mit Infantino seit April.
Laut der britischen "The Times" erhielt Gianni Infantino im Jahr 2024 neben seinem FIFA-Gehalt von mehr als vier Millionen Schweizer Franken weitere Vergütungen in Höhe von rund 1,76 Millionen US-Dollar von der amerikanischen WM-Organisationsgesellschaft FWC2026. Die Zahlungen gehen aus einer öffentlich zugänglichen US-Steuererklärung hervor.
Aus den Steuerunterlagen lässt sich allerdings nicht eindeutig ableiten, dass es sich um ein zusätzliches, bislang unveröffentlichtes Gehalt handelt. Die dort aufgeführten Grundgehälter und Bonuszahlungen entsprechen zusammengerechnet den Angaben im FIFA-Jahresbericht 2024. Offen bleiben dagegen Fragen zu weiteren Vergütungsbestandteilen.
Die FIFA-Statuten schreiben vor, die individuellen Vergütungen des Präsidenten, des Generalsekretärs und der Mitglieder des FIFA-Rates öffentlich zu machen.
Die FIFA erwiderte gegenüber der Sportschau: "Die FIFA zahlt dem FIFA-Präsidenten kein zweites Gehalt und kommt allen Offenlegungspflichten in Bezug auf die Vergütung nach. Über die jährliche Vergütung des FIFA-Präsidenten sowie über sonstige vertragliche Leistungen entscheidet der unabhängige Unterausschuss für Vergütungsfragen. Die FIFA weist nachdrücklich alle Behauptungen zurück, sie habe es versäumt, Finanzinformationen offenzulegen, oder gegen die FIFA-Statuten verstoßen."
Vier Millionen US-Dollar Miete für ein Büro im Trump-Tower
Weitere Fragen werfen Recherchen der "New York Times" und von "Le Monde" zu einem FIFA-Büro im Trump Tower in New York auf. Demnach hat der Weltverband Büroräume für einen Zeitraum von mehr als sieben Jahren angemietet. Die vertraglich vereinbarten Mietzahlungen sollen sich auf insgesamt rund vier Millionen US-Dollar belaufen.
Nach Angaben der Zeitungen werden die Räume allerdings nur selten genutzt. Sie dienten unter anderem repräsentativen Zwecken und Treffen während der UN-Generalversammlung. Intern soll es Bedenken gegen die Anmietung gegeben haben, auch wegen der engen Beziehungen zwischen Infantino und US-Präsident Donald Trump.
Die Mietzahlungen gehen laut den Berichten an ein Unternehmen aus dem Umfeld der Trump Organization. Die FIFA erklärte gegenüber den Zeitungen, die Miete entspreche dem Marktpreis und der Vertrag sei nach den üblichen internen Verfahren abgeschlossen worden.
Die neuen Berichte erscheinen in einer Phase wachsender Spannungen innerhalb des Weltverbandes. Nach dem Rückzug des umstrittenen Investorenprojekts FIFA Forward Enterprise dringen insbesondere europäische Verbände auf eine Aufarbeitung der Vorgänge und Reformen der FIFA-Führung.
Donnerstag treffen Opposition und Infantino aufeinander
Am Donnerstag kommt der FIFA-Rat in Zürich zusammen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Überprüfung des gescheiterten Investorenprojekts. Infantino strebt bei der Präsidentschaftswahl am 18. März 2027 eine weitere Amtszeit an.
