Stand: 21.10.2026 • 17:20 Uhr
Nach einem Treffen mit dem US-Sondergesandten erklärt sich Russlands Präsident Putin offenbar zu neuen Verhandlungen mit den USA und der Ukraine bereit. Um ein Ende des Kriegs soll es dabei demnach aber nicht gehen.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben des Kremls einer Wiederaufnahme von trilateralen Gesprächen mit der Ukraine und den USA grundsätzlich zugestimmt. Die Verhandlungen sollen demnach nach dem 10. November beginnen und würden sich auf den "Aufbau eines Sicherheitssystems für Russland und die Ukraine nach Ende des Konflikts" konzentrieren, erklärte Putins Berater Juri Uschakow.
Die Gespräche könnten demnach etwa in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden, hieß es.
Zuvor hatte sich Putin mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in St. Petersburg getroffen. Nach Angaben des Kreml sprachen Witkoff und Putin etwa drei Stunden. Auch Uschakow und Kirill Dmitrijew, ein Gesandter Putins, waren demnach anwesend. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner war nach Angaben Witkoffs per Videoschalte dabei.
Selenskyj will Frontlinie einfrieren
Gegenüber Vorschlägen für ein Ende des Ukraine-Kriegs zeigte sich Russland demnach erneut ablehnend. Uschakow erklärte, von Witkoff übermittelte Vorschläge der Europäer und der Ukraine würden "nicht viel Substanz enthalten".
Der US-Sondergesandte Witkoff hatte sich vor dem Treffen mit Putin am Dienstag in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen getroffen.
Selenskyj bezeichnete am Mittwoch ein Einfrieren der Frontlinie im Krieg mit Russland als einen möglichen ersten Schritt für eine Waffenruhe. "Wir müssen sie jetzt einfrieren", sagte Selenskyj dem US-Nachrichtensender Fox News. Dies sei der Weg, "um diesen Krieg zu beenden" und "das Minimum, was wir heute von Russland erwarten".
Zuletzt im Februar Gespräche
Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe inzwischen seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Die USA bemühen sich unter US-Präsident Donald Trump um eine Vermittlung zwischen den Kriegsparteien. Bisherige Gespräche waren aber ohne nennenswerte Erfolge geblieben. In dem Dreierformat USA, Russland und Ukraine hatte es zuletzt im Februar in Genf Gespräche gegeben, davor zweimal in Abu Dhabi.
Russland hat in der Vergangenheit immer die Kontrolle über den gesamten Donbas gefordert - einschließlich von Gebieten, die sie noch nicht erobert haben. Das lehnt die Ukraine aus grundsätzlichen Überlegungen ab - auch weil der Frontverlauf seit Monaten wie eingefroren ist.
