Nach Gesprächen in Oslo US-Vermittler Witkoff berät mit Putin über Ukraine
Stand: 21.10.2026 • 09:03 Uhr
Nach Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Oslo ist US-Unterhändler Witkoff zu Verhandlungen mit der russischen Führung in St. Petersburg eingetroffen. US-Präsident Trump hatte Selenskyj zuvor zu einem "Deal" aufgefordert.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff ist zu Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs in St. Petersburg eingetroffen. Wie russische Nachrichtenagenturen berichteten, wurde Witkoff am Flughafen Pulkowo von Kreml-Berater Kirill Dmitrijew empfangen.
Basis der Gespräche sind die Ergebnisse des Treffens in Oslo am Dienstag, an dem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie Vertreter von NATO und EU teilgenommen hatten.
US-Außenminister Marco Rubio bewertete die Gespräche in Norwegen zwar als "positiv", "Unerwartetes oder Überraschendes" sei dabei aber nicht herausgekommen. Nun werde Witkoff die Ideen "mit der russischen Seite teilen". "Dann werden wir sehen, ob wir Fortschritte machen können", so Rubio.
Basis für Dreier-Gespräche?
Zentrale Punkte der Beratungen in Oslo waren unter anderem Sicherheitsgarantien für die Ukraine, territoriale Fragen, Sanktionen sowie die europäische Sicherheit nach dem Krieg. Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Store zeigte sich nach Abschluss des Treffens überzeugt, dass eine Basis geschaffen worden sei, um an einer Lösung für ein Kriegsende weiterzuarbeiten. Store äußerte zudem die Hoffnung, Witkoff könne in Moskau den Weg für trilaterale Beratungen ebnen - mit den USA, Russland und der Ukraine an einem Tisch. Bislang hatte der Kreml direkte Verhandlungen mit der Ukraine aber stets abgelehnt.
Trump auf Annäherungskurs zu Moskau
Trotz der neuen Versuche, eine diplomatische Lösung für Frieden in der Ukraine zu finden, ließen vor allem jüngste Äußerungen von US-Präsident Donald Trump erneute Zweifel aufkommen, wie stark der Rückhalt der USA für die Ukraine noch ist. Kurz nach den Gesprächen in Oslo behauptete Trump zum wiederholten Mal, Russland sei bereit zu einer Beendigung des Krieges. Er forderte Selenskyj auf, den Krieg mithilfe eines "Deals" zu beenden. Zudem behauptete Trump erneut, die USA hätten der Ukraine "viel gegeben", aber "absolut nichts zurückbekommen".
Erst vor knapp anderthalb Wochen hatte Trump verkündet, Russland werde den USA Hunderttausende Tonnen Diesel liefern. Wenige Tage später setzte der US-Präsident ein erst kürzlich verabschiedetes Sanktionspaket gegen Russland wieder aus - aus "nationalem Interesse".
Ukraine drängt auf Beteiligung an möglichem Gipfeltreffen
In der Ukraine stieß dies auf Unverständnis und scharfe Kritik. Der ukrainische Präsident Selenskyj warf den USA vor, damit in Kauf zu nehmen, dass Russland seinen Krieg ungehindert fortsetze. Immer wieder hatte Selenskyj des Weiteren fehlende Lieferungen von Rüstungsgütern beklagt. Vor allem an Abwehrraketen fehle es dem eigenen Militär. Zuletzt hatte die Ukraine zudem eine Drosselung der Satelliten-Kommunikationsdienste Starlink und Starshield beklagt, die eine wichtige Rolle bei der Abstimmung der ukrainischen Armee, dem Einsatz von Drohnen und deren Abwehr spielen.
Eine weitere Befürchtung der Ukraine: Dass über einen möglichen Frieden über ihren Kopf hinweg verhandelt werden könnte. Zuletzt wurden diese Befürchtungen von Berichten neu angefacht, Russland Präsident Wladimir Putin strebe am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) im November ein Treffen mit Trump und Chinas Staatchef Xi Jinping an. Der ukrainische Präsident Selenskyj drängte auf die Teilnahme an einem solchen möglichen Gipfeltreffen. Es dürfe keine Gespräche über die Ukraine ohne die Ukraine geben.
