Testspiel
DFB-Frauen besiegen nach Rückstand auch Asienmeister Japan
Stand: 13.10.2026 19:51 Uhr
Deutschlands Fußballerinnen haben auch im zweiten anspruchsvollen Freundschaftsspiel binnen vier Tagen eine sehr überzeugende Vorstellung gezeigt. Dem 4:2 am Freitag gegen Australien ließ das Team von Bundestrainer Christian Wück am Dienstagabend in Bremen ein 2:1 (1:1)-Erfolg gegen Asienmeister Japan folgen.
von Hanno Bode
Die Münchnerinnen Linda Dallmann (28.) und Klara Bühl (73.) waren für den Rekordeuropameister erfolgreich. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) war über weite Strecken der Partie spielbestimmend und hatte ein Chancenplus. Auch der frühe Rückstand durch die Bundesliga-Legionärin Momoko Tanikawa (15.) brachte die nun seit acht Begegnungen unbesiegten Gastgeberinnen nicht aus dem Konzept.
"Wir haben heute als komplettes Team überzeugt. Es war auch wichtig, dass wir mal in Rückstand geraten sind - wie wir darauf reagiert haben und wie wir uns bis zum Ende als Einheit dagegengestellt haben. Das war heute einfach sehr schön auf dem Platz zu sein, mit und ohne den Ball. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Die zwei Spiele können uns Mut geben", sagte Dallmann der ARD. In dieselbe Kerbe schlug auch Kapitänin Sjoeke Nüsken: "Wir haben Moral gezeigt. Es war einfach ein cooles Spiel."
Tanikawa schockt DFB-Team früh
Das DFB-Team, bei dem im Vergleich zum Duell mit Austalien (4:2) am vergangenen Freitag Marie Müller, Dallmann, Nicole Anyomi und Sophia Kleinherne anstelle von Janina Minge, Carlotta Wamser, Cora Zicai und Melissa Kössler in der Startelf standen, setzte durch Abschlüsse von Jule Brand (11.) und Dallmann (13.) die ersten Offensivakzente, kassierte dann im Bremer Regen durch den Gegentreffer von Tanikawa aber die kalte Dusche.
Die Mittelfeldakteurin vom FC Bayern München wurde von Aoba Fujino in Szene gesetzt, ließ dann im Strafraum Kleinherne ins Leere laufen und überwand Keeperin Ena Mahmutovic mit einem platzierten Schuss ins linke obere Eck. Die deutsche Innenverteidigung Kleinherne/Camilla Küver sah in dieser Szene schlecht aus. Allerdings hatte es das DFB-Team zuvor schon versäumt, Druck auf Passgeberin Fujino auszuüben und überhaupt zu passiv agiert.
Dallmann mit Wucht zum Ausgleich
Aber die Deutschen zeigten die richtige Reaktion. Der Rekordeuropameister riss das Zepter mehr und mehr an sich und wurde immer dann gefährlich, wenn er das Spiel über die Flügel forcierte. Nicht von ungefähr wurde der Ausgleich über die linke Außenbahn vorbereitet. Nach einem Zusammenspiel von Franziska Kett und Bühl hatte Dallmann freie Schussbahn und wurde ihrem Spitznamen "Stahlmann" mit einem Strahl ins obere Eck mehr als gerecht.
Linda Dallmann (r.) war nicht nur wegen ihres Treffers zum 1:1 in Hälfte eins eine der auffälligsten deutschen Spielerinnen.
Aber nicht nur wegen ihres Treffers zählte die Fitness-verrückte Mittelfeldakteurin des FC Bayern im ersten Abschnitt zu den auffälligsten Spielerinnen. Die 32-Jährige war in der Zentrale omnipräsent und dürfte mit ihrer engagierten Vorstellung Punkte bei Wück mit Blick auf eine WM-Nominierung gesammelt haben. Beinahe wäre Dallmann sogar ein Doppelpack gelungen. Nach einer Flanke von Müller verfehlte sie den Ball am zweiten Pfosten nur um Haaresbreite (37.).
Noch näher war 180 Sekunden später Bühl der Führung. Abermals lief sie Yuzuki Yamamoto davon, zog nach innen und schlenzte den Ball dann in Richtung langes Eck. Ganz knapp strich das Ballgerät am Pfosten vorbei. Chancen dieser Güteklasse hatte Japan nach dem 1:0 nicht mehr. Die Asiatinnen agierten zwar weiter mit feiner Klinge - aber eben in den für Deutschland ungefährlichen Räumen.
Deutschland auch nach der Pause überlegen
Wück wechselte zur zweiten Hälfte Köster für die bemühte, aber wirkungslose Mittelstürmerin Anyomi und Minge für Küver ein. An der Statik des Spiels änderten die personellen Änderungen nichts. Die Gastgeberinnen blieben tonangebend, initiierten immer wieder über die starke Bühl gute Angriffe, kamen zunächst aber zu keinen nennenswerten Abschlüssen.
Aber es gab ja noch: Dallmann. In der 65. Minute kam die 32-Jährige - natürlich auf Vorlage von Bühl - aus mittiger Position zum Abschluss und prüfte Keeperin Ayaka Yamashita mit einem satten, aber etwas zu unplatzierten Schuss.
Bühl krönt Gala-Vorstellung mit Siegtreffer
Bald darauf war die Schlussfrau von Manchester City aber machtlos. Nach Vorlage von Kössler konnte Bühl freistehend im Strafraum abschließen und vollendete gekonnt ins lange Eck. Die 25-Jährige krönte mit ihrem 31. Länderspiel-Tor eine glänzende Vorstellung.
Aber nicht nur die Linksaußen wusste im Bremer Dauerregen zu überzeugen. Die DFB-Frauen zeigten insgesamt einen sehr homogenen Eindruck und versprühten wie schon gegen Australien viel Spielfreude. Was Wück ebenfalls sehr gefallen haben dürfte: Auch die Defensivleistung war im zweiten Abschnitt nahezu optimal. Schöne Erkenntnisse mit Blick auf die WM in Brasilien - auch wenn die erst im Sommer 2027 stattfindet. "Wir gehen in die richtige Richtung, aber es gibt natürlich noch einiges zu tun", sagte Kapitänin Nüsken mit Blick auf das Turnier in sieben Monaten.
