Stand: 19.10.2026 • 12:38 Uhr
Von MDR SACHSEN
Im Zusammenhang mit dem durchbrochenen Zaun am Flughafen Leipzig/Halle gibt es zwei Tatverdächtige. Die 20 und 32 Jahre alten Männer haben sich selbst gestellt, wie die Polizei Leipzig am Montagmittag mitteilte.
Verdächtige sprechen von Unfall
Demnach meldeten sich die beiden Syrer mit ihren Anwälten bei der Staatsanwaltschaft Leipzig und dem Kriminaldauerdienst am Sonntagabend. Der 20-Jährige ließ über seinen Anwalt mitteilen, dass er im Bereich des Flughafens die Kontrolle über das Auto verlor und daraufhin in den Zaun gefahren war. Danach entfernte er sich von der Unfallstelle und ließ das Auto abschleppen. Der 32-Jährige erklärte den Angaben zufolge, der Halter des Fahrzeuges zu sein. Weitere Angaben zum Vorfall machte er nicht.
Polizeibeamte haben am Sonntag die kaputte Stelle am Zaun gesichert und nach Spuren gesucht.
Ermittlungen gegen beide Männer - Auto beschlagnahmt
Gegen den 20-Jährigen wird wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt. Gegen den 32-Jährigen wird wegen des Verstoßes gegen § 21 Abs. 1 Nr. 2 StVG ermittelt. In diesem wird geregelt, wenn jemand das Führen seines Fahrzeugs jemandem überlässt, der keine Fahrerlaubnis besitzt.
Nachdem sich die Beschuldigten mit dem Auto vom Unfallort entfernt hatten, haben sie nach eigenen Angaben das Fahrzeug abschleppen lassen. Das Auto wurden inzwischen auf staatsanwaltschaftliche Anordung auf dem Gelände eines Autohandels beschlagnahmt, die Wohnung des mutmaßlichen Fahrzeugführers durchsucht.
Vorfall ohne Auswirkungen auf Flugverkehr
Am späten Samstagabend war das Loch im Flughafenzaun nahe der Nordbahn entdeckt worden. Sicherheitskräfte hatten das Flughafengelände in der Umgebung abgesucht und keine Auffälligkeiten festgestellt. Der Vorfall wurde dennoch als sicherheitsrelevant eingestuft und die Nordbahn für den Flugverkehr gesperrt.
Ein Flughafensprecher erklärte, es habe keine Einschränkungen des Luftverkehrs gegeben. Die Starts und Landungen wurden mehrere Stunden ausschließlich über die mehr als einen Kilometer entfernte parallel verlaufende Südbahn abgewickelt.
Sprengstoff-Drohne im Sommer sichergestellt
Bereits im August hatte eine Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle für internationale Schlagzeilen gesorgt. Damals war eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Angriff verantwortlich. Moskau wies die Vorwürfe zurück.
MDR (lam/dkö)
