Krieg gegen die Ukraine Russland meldet Drohnenangriffe in St. Petersburg
Stand: 18.10.2026 • 13:55 Uhr
Die Ukraine hat in St. Petersburg nach russischen Angaben erneut Ölanlagen und ein Logistikzentrum angegriffen. Behörden zufolge kam dabei ein Mensch ums Leben. Auch die Ukraine meldet massiven Beschuss ihrer Energieanlagen und Tote.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der Region St. Petersburg ist nach russischen Behördenangaben ein Mensch getötet worden. 15 weitere Personen wurden verletzt, erklärte Gouverneur Alexander Beglow.
Den Angaben zufolge brachen an einem Ölterminal im Hafen, einem Öllager und in mehreren Industriehallen Feuer aus. Auch ein Logistikzentrum des russischen Online-Händlers Ozon brannte demnach. Das Internetunternehmen VK meldete, sein Rechenzentrum sei ebenfalls von Drohnen angegriffen worden, der Betrieb laufe aber weiter.
Flughafen setzt Betrieb aus
Behörden zufolge wurden in der Region 126 Drohnen abgeschossen. Trümmer seien jedoch auf Wohnhäuser, Autos und Stromleitungen gestürzt und hätten Stromausfälle verursacht. Der Flughafen St. Petersburg setzte laut der Nachrichtenagentur Tass zeitweise seinen Betrieb aus.
Das genaue Ausmaß der Schäden ist noch unklar. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau schoss die russische Flugabwehr in der Nacht insgesamt 1.015 ukrainische Drohnen über verschiedenen Regionen des Landes ab.
In einer Reaktion drohte Russland mit massiven Angriffe auf die Ukraine. Man reagiere auf die ukrainischen Angriffe beständig mit systematischen, groß angelegten Schlägen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Tass zufolge. Angesprochen auf den Angriff in St. Petersburg erklärte er: "Das Kiewer Regime leistet Widerstand. Aber das kann den Lauf der Dinge nicht ändern."
"Energie-Feuerpause" hält nicht
Auch aus der Ukraine wurde wieder massiver Beschuss gemeldet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland dabei erneut Angriffe auf den Energiesektor seines Landes vor. "Seit der Ankündigung des amerikanischen Präsidenten vor einer Woche hat Russland den Energie-, Öl- und Gassektor der Ukraine 76-mal gezielt angegriffen", erklärte Selenskyj auf der Plattform X.
Die jüngsten Angriffe hätten Umspannwerke in den Regionen Winnyzja, Schytomyr, Chmelnyzkyj und Odessa getroffen, erklärte er. Eine von US-Präsident Donald Trump verkündete angebliche Übereinkunft zu einer Feuerpause für die Energie-Infrastruktur war zuvor weder von der Ukraine noch Russland bestätigt worden.
Mehrere Tote in der Ukraine
Bei Attacken auf die Stadt Saporischschja im Südosten wurde der Militärverwaltung zufolge eine Frau getötet und mehrere Personen verletzt. Auch in der zentralukrainischen Großstadt Poltawa gab es demnach eine Tote und mehrere Verletzte.
Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 mit westlicher Unterstützung gegen den russischen Angriffskrieg. Sie greift dabei inzwischen auch immer wieder Ziele in Russland an, um Moskau die Fortsetzung des Kriegs zu erschweren.
Mit Informationen von Stephan Laack, ARD-Studio Moskau
