Trotz Überzahl Starker VfB verpasst die Überraschung gegen Atlético
Stand: 20.10.2026 • 23:12 Uhr
Eine Halbzeit lang überrollte der VfB Stuttgart das favorisierte Atletico Madrid regelrecht, doch am Ende mussten sich die Schwaben trotz Überzahl mit einem Punkt zufrieden geben.
Die Partie am dritten Spieltag der Königsklasse endete am Dienstagabend 1:1 (1:0), Jamie Leweling gelang das Führungstor für den VfB (36. Spielminute), Julian Alvarez glich aus (47.). Morten Hjulmand sah auf Seiten der Spanier die Rote Karte (64.). Durch die Punkteteilung bleibt die Mannschaft von Sebastian Hoeneß in der Champions League ungeschlagen und ist mit sieben Zählern trotz der verpassten Überraschung voll im Soll.
Undav: "Verlorene zwei Punkte"
Am Ende mussten die Schwaben sich trotz des auf dem Papier guten Ergebnis gegen den Favoriten doch über das Remis schon ein bisschen ärgern. Das fand auch Deniz Undav bei "Amazon Prime": "Verlorene zwei Punkte. Ich glaube wir waren klar besser, haben viele Chancen gehabt, Atletico hatte eine Zeit in der 2. Halbzeit wo sie am Drücker waren. Dann kam die Rote Karte und es war klar, dass wir mehr Ballbesitz haben und die Chancen kommen werden. Aber das ist etwas, das uns gerade verfolgt, dass wir aus den Chancen, die wir haben, nur ein bisschen bis fast gar nichts machen."
Stuttgart dominiert Atletico in Hälfte eins
Keine Minute war gespielt, da hatte Madrids Torhüter Jan Oblak schon zwei Mal in höchster Not parieren müssen: Erst tauchte der Keeper gegen einen Flachschuss von Bilal El Khannouss blitzschnell ins Eck ab, bei der anschließenden Ecke entschärfte er einen verdeckten Schuss von Josha Vagnoman. Der VfB lief die Gäste früh und mutig an, die mussten sich erst einmal auf Betriebstemperatur arbeiten, was Trainer Diego Simeone naturgemäß gar nicht gefiel.
Doch besser wurde es für den Tabellenzweiten aus "La Liga" erst einmal nicht, in der zehnten Minute musste Oblak bei einem Distanzschuss von Angelo Stiller erneut blitzschnell die Arme hochreißen, um den Rückstand zu verhindern. Die Schwaben drückten energisch auf die Führung und die Madrilenen sahen überhaupt kein Land.
Leweling erzielt die überfällige Führung
Die schlechte Nachricht für die Stuttgarter: Belohnen konnten sie sich für diese Druckphase nicht. Rund um die Halbe-Stunden-Marke begannen die Gäste dann langsam, sich ein wenig freizuschwimmen und in der gegnerischen Hälfte auftzutauchen. Der VfB blieb aber scharf und präsent in den Zweikämpfen und erarbeitete sich so das überfällige 1:0: Stiller setzte Marc Pubill im Gegenpressing enorm unter Druck und eroberte so im Gäste-Strafraum die Kugel für seine Mannschaft. Leweling ließ per Schussfinte noch einen Gegenspieler aussteigen und brachte den Ball dann leicht abgefälscht links unten im Eck unter (36.).
Stuttgarts Jamie Leweling im Duell mit Alex Baena von Atlético
Es dauerte bis in die 42. Minute, ehe Champions-League-Debütant Dennis Seimen im VfB-Tor seinen ersten Ball halten musste: Einen Kopfball von David Hancko hielt der 20-Jährige sicher fest. Mehr kam bis zum Pausenpfiff nicht mehr vom Favoriten.
Alvarez trifft, Hjulmand sieht rot
Doch Simeone fand in der Halbzeitpause offenbar die richtigen Worte und Rädchen, um seine Mannschaft nach einer fast chancenlosen ersten Hälfte direkt wieder in die richtige Bahn zu lenken: Der frisch eingewechselte Ademola Lookman wurde im ersten echten Angriff des zweiten Durchgangs auf dem linken Flügel von Vagnoman nicht entscheidend genug gestört, brachte die Kugel flach in die Mitte, wo Alvarez der gesamten Stuttgarter Defensive davon geschlichen war und aus der Drehung unhaltbar oben rechts einschoss (47.). 45 hervorragende Minuten der Gastgeber waren innerhalb von nur zwei Minuten egalisiert.
Die Schwaben mussten sich erst einmal schütteln, die Gäste waren jetzt die spielbestimmende Mannschaft. Pablo Barrios zwang Seimen nach einer Stunde zu einer starken Fußabwehr. Eine sehr unbedachte Aktion von Atleticos Hjlumand half dem VfB aber kurz darauf: Der Däne senste Stiller im Mittelfeld bei einem Stuttgarter Konter von hinten mit der Sohle in die Beine und sah eine der klarsten Roten Karte der laufenden Saison (64.).
Schlussoffensive bleibt ohne Ertrag
Prompt waren die Gastgeber wieder gefährlich: Grischa Prömel verfehlte Oblaks Tor mit einem Kopfball nur knapp (66.). Doch die Dominanz der ersten Hälfte wollte sich nicht mehr einstellen, die Madrilenen verteidigten ihren Strafraum sehr leidenschaftlich. Die Schlussoffensive gehörte aber trotzdem dem Bundesligisten: Jeff Chabot hatte in der 81. Minute nach einer Ecke per Kopf eine gute Chance, zielte aber links vorbei, Oblak parierte noch einen Schuss von Prömel (89.) - mehr kam nicht mehr. So konnte Stuttgart sich am Ende über eine gute Leistung und einen Zähler freuen, hatte aber, wie ja auch in der Bundesliga zuletzt mehrfach, in einem starkem Spiel ein noch besseres Ergebnis liegen lassen.
