Gespräche über Ukraine-Krieg Selenskyj trifft sich mit US-Gesandtem Witkoff
Stand: 20.10.2026 • 12:50 Uhr
In Oslo kommt der ukrainische Präsident Selenskyj mit dem US-Gesandten Witkoff zu Gesprächen zusammen. Zuletzt hatten sich die Beziehungen zwischen den USA der Ukraine wegen Trumps Umgang mit Russland wieder verschlechtert.
Im Rahmen der diplomatischen Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs trifft sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj heute in Oslo mit dem US-Gesandten Steve Witkoff. "Präsident Selenskyj hat Norwegen und Finnland gebeten, ein Treffen im Rahmen der laufenden diplomatischen Vermittlungsbemühungen zu organisieren", erklärte die norwegische Regierung. Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, soll bei dem Treffen digital zugeschaltet werden.
Außerdem nehmen Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und der finnische Präsident Alexander Stubb an den Gesprächen teil. "Ziel ist es, die diplomatischen Bemühungen wieder in konstruktivere Bahnen zu lenken", sagte Støre laut der Nachrichtenagentur NTB.
Neue Trump-Kritik an Selenskyj
Ein weiteres Ziel des Treffens dürfte es sein, die Beziehungen zur US-Regierung zu kitten, die sich in den vergangenen zwei Wochen erneut verschlechtert haben. Trump, der US-Sanktionen gegen Russland ausgesetzt hat, um nach eigenen Angaben die Treibstoffpreise in den USA zu senken, hatte Selenskyj wiederholt kritisiert.
Zuletzt hatte der US-Präsident der Ukraine fehlende Gegenleistungen für die Unterstützung der USA vorgeworfen. "Wir haben der Ukraine viel gegeben - sie hat uns nichts gegeben", sagte er in Washington. Russland habe sich, "in Bezug auf die Ukraine korrekt verhalten", erklärte Trump weiter. Selenskyj helfe "der Sache nicht gerade". Die Ukraine müsse "jemand anderen für die Verhandlungen" finden.
Trump hat seinen Kurs im Ukraine-Krieg innerhalb seiner Präsidentschaft mehrfach geändert. Er fällt allerdings immer wieder mit Russland-nahen Positionen auf, etwa bei der Aussetzung der neuen US-Sanktionen, den Rücktrittsforderungen gegenüber Selenskyj oder Vorwürfen, dass Russland "gerne einen Deal machen" würde, der ukrainische Präsident aber "aus welchen Gründen auch immer" nicht.
Ukraine beklagt Zurückhalten von Waffen
Selenskyj soll derweil laut einem Bericht des Portals Axios beklagt haben, dass Washington Waffenlieferungen zurückhalte. Demzufolge soll US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Lieferung von Patriot- und weiteren Luftabwehrraketen nicht genehmigt haben, obwohl NATO-Staaten diese bereits bezahlt hätten.
Ein hochrangiger Beamter des Ministeriums widersprach dieser Darstellung. Bei dem Programm, mit dem NATO-Staaten US-Waffen für die Ukraine kaufen, habe es keine Änderungen gegeben, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.
In einem Post bei X schrieb Selenskyj heute Morgen, er habe ein "konstruktives Gespräch" mit US-Außenminister Marco Rubio geführt: "Ich bin dankbar für seine Bereitschaft zu helfen und seine klare Haltung."
Mit Informationen von Jana Sinram, ARD Stockholm
