Stand: 25.10.2026 • 06:55 Uhr
Die Sturmtiefs "Luise" und "Manja" sorgen im Norden für stürmisches Wetter. Die Unwetterwarnung für Teile von Schleswig-Holstein mit Orkanböen ist am frühen Sonntagmorgen wieder aufgehoben worden.
Über Norddeutschland ziehen am Wochenende gleich zwei stürmische Tiefdruckgebiete. "Luise" sorgte am Samstag in großen Teilen von Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern für kräftigen Wind, teils mit Sturmböen. In Nacht zu Sonntag erreichten die Ausläufer des Sturmtiefs "Manja" Norddeutschland.
Unwetterwarnung für Nordfriesische Inseln wieder aufgehoben
Für die Nordfriesischen Inseln wie Sylt, Föhr und Pellworm und Teile der angrenzenden Küste galt eine amtliche Unwetterwarnung. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen wurde mit Orkanböen um 120 Kilometer pro Stunde gerechnet. Am frühen Sonntagmorgen wurde die Unwetterwarnung wieder aufgehoben.
Einschränkungen beim Sylt Shuttle
Reisende auf dem Weg nach Sylt sollten sich am frühen Sonntagmorgen auf Einschränkungen und auch auf Ausfälle einstellen. In jedem Fall werden laut Bahn heute folgende Fahrzeuge von der Beförderung ausgeschlossen: Campingfahrzeuge, Pkw mit Anhänger, Lkw mit leeren Anhängern oder Gefahrgut sowie Motorräder. Fahrgäste sollten sich vorab auf der Website informieren, ob die Züge fahren.
Keine Fähren zu den Halligen
Heute und am Montag fahren laut Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) keine Fähren zu den Halligen. Hier bereiten sich die Einwohner auf ein Landunter vor. Auch bei den Verbindungen nach Föhr und Amrum kann es der W.D.R. zufolge Einschränkungen geben.
"Windmaximum" am Montag
An der Nordseeküste wird das "Windmaximum" dem DWD zufolge in der Nacht zu Montag erwartet. Zeitgleich seien auch an der Mecklenburgischen Ostseeküste in einzelnen Abschnitten schwere Sturmböen nicht ausgeschlossen. Für weite Teile Niedersachsens und für fast ganz Schleswig-Holstein gilt eine amtliche Warnung vor Sturmböen.
Leichte Sturmfluten erwartet
An der Nordseeküste besteht zudem nach Einschätzung des Sturmflutwarndienstes des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Gefahr von zwei leichten Sturmfluten. Das Hochwasser werde bei Westwind am späten Sonntagabend etwa in Emden, Wilhelmshaven und Bensersiel um bis zu eindreiviertel Meter höher auflaufen als das sonst übliche mittlere Tidehochwasser. Strände und Hafenflächen könnten laut NLWKN überflutet werden. Eine weitere leichte Sturmflut könnte der Vorhersage zufolge am Montagmittag folgen.
Inselgäste sollen Parkplatz räumen
Wegen der drohenden Sturmfluten am Wochenende sind insbesondere Feriengäste auf Baltrum aufgerufen, ihre Autos auf dem Parkplatz am Fährhafen von Neßmersiel umzuparken. Der Parkplatz auf dem Festland soll wegen der Sturmflutgefahr vorsorglich geräumt werden. Die Reederei bietet den Inselgästen einen Service an: Sie können ihren Autoschlüssel in einem Umschlag samt Kfz-Kennzeichen und Namen in einem Umschlag mit der Fähre ans Festland senden, wo die Reederei dann das Umparken der Autos hinter den sicheren Deich übernimmt. "Fahrzeuge, die nicht rechtzeitig innerorts geparkt werden, müssen kostenpflichtig abgeschleppt werden", teilte die Fährgesellschaft weiter mit.
Fährverbindungen zu einigen Ostfriesischen Inseln eingeschränkt
An diesem Wochenende enden die Herbstferien in Niedersachsen, Mecklenburg‑Vorpommern und Schleswig‑Holstein. Für Reisende kann es wegen der Sturmtiefs zu Einschränkungen kommen: Die Inselgemeinde Langeoog teilte Änderungen im Fährverkehr wegen der Wetterlage mit. Beim Inselverkehr von und nach Norderney kam es seit Samstag zu Ausfällen. Am Sonntag kommt es im Linienfahrplan der Insel Wangerooge zu Änderungen, am Montag wird der Fährverkehr von und nach Wangerooge eingestellt. Die Fahrten mit der kleinen Schnellfähre "Wattsprinter" sind laut Deutscher Bahn bis einschließlich Montag abgesagt. Auch bei den Fährverbindungen von und nach Spiekeroog kommt es zu Änderungen. Am Sonntag fallen die Verbindungen komplett aus.
Wegen Sturm: Schiffe nach Helgoland fallen aus
An der Nordseeküste fallen viele Fährverbindungen nach Helgoland aus. Die Aussicht auf stürmische Böen an der Nordseeküste sorgte bereits seit Donnerstag dafür, dass fast alle Schiffe ausfallen. So meldet die Reederei Cassen Eils witterungsbedingte Fahrplanänderungen: Am Sonntag und Montag entfallen die Hin- und Rückfahrten der MS "Helgoland" zwischen Cuxhaven und der Nordseeinsel. Ebenso werden die Katamaran-Fahrten der "Nordlicht" bis Montag ausgesetzt. Die nächste Überfahrt nach Helgoland ist nach aktuellem Stand für Dienstag (27.10.) vorgesehen. Betroffen ist außerdem der "Halunder Jet", der von Samstag bis Montag überhaupt nicht fährt. Auch die Fahrten mit der MS "Funny Girl" von und nach Büsum (Kreis Dithmarschen) wurden schon ab Donnerstag eingestellt - das Schiff geht somit früher als geplant in dieser Saison aus dem Betrieb.
Umgestürzte Bäume, kaputte Autoscheiben
Im Westen Niedersachsens und in Bremen galt am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag eine amtliche Warnung vor Sturmböen. Die Leitstellen in Oldenburg und Osnabrück meldeten dutzende Einsätze. In einigen Fällen sind Autos mit Bäumen auf der Straße kollidiert, verletzt habe sich dabei aber niemand. Ein Baum sei auf ein parkendes Autos gestürzt und habe die Heckscheibe durchschlagen. Auch dabei sei niemand verletzt worden.
Ein Ast fiel in Osnabrück auf einen Transporter und beschädigte das Fahrzeug. Verletzt wurde niemand.
