AUDIO: CDU will vor Siegmund-Wahl geschlossen den Saal verlassen (2 Min)
Beschluss der Fraktion
CDU-Abgeordnete wollen vor Siegmund-Wahl den Saal verlassen
Stand: 13.10.2026 15:59 Uhr
Die CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt hat beschlossen, bei der Wahl des AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten geschlossen den Plenarsaal zu verlassen. Darauf verständigte sich die Fraktion am Dienstag. Damit sollen Spekulationen über mögliche Abweichler verhindert werden. Eine Unterstützung Siegmunds schließt die CDU weiterhin aus. Der AfD fehlen für seine Wahl derzeit drei Stimmen. Das BSW hatte eine Unterstützung zuletzt abgelehnt.
von MDR SACHSEN-ANHALT
Die CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt wird bei der Wahl des AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten geschlossen den Plenarsaal verlassen. Das vereinbarten die Abgeordneten bei der Fraktionssitzung am Dienstag. Den Beschluss fasste die Fraktion nach MDR-Informationen einstimmig mit 14 zu null Stimmen. Guido Heuer enthielt sich zunächst aufgrund rechtlicher Bedenken. Noch-Ministerpräsident Sven Schulze gab die Entscheidung im Landtag bekannt.
CDU will mögliche Abweichler vermeiden
Hintergrund sind Spekulationen über das Abstimmungsverhalten einzelner CDU-Abgeordneter. Der neue AfD-Landtagspräsident Tobias Rausch hatte bei seiner Wahl vier Stimmen mehr erhalten, als AfD und BSW zusammen im Landtag stellen. Woher die Stimmen kamen ist wegen der geheimen Wahl unbekannt. SPD, Linke und Grüne verdächtigten Abweichler in den Reihen der CDU. Auch aus Reihen der AfD gab es entsprechende Vermutungen. Die CDU selbst wies die Behauptungen zurück.
AfD-Politiker Siegmund soll nicht unterstützt werden
Mit dem Beschluss scheint die CDU eine ähnliche Situation bei der Wahl des Ministerpräsidenten vermeiden zu wollen. Aus Reihen der Konservativen hieß es, dass die Vorwürfe gegen Mitglieder ihrer Fraktion inzwischen Grenzen überschritten hätten. Eine Unterstützung für einen AfD-Kandidaten schließe die CDU weiterhin aus.
Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich im Dezember im ersten Anlauf zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Danach wolle er nicht mehr antreten. Dafür fehlen der AfD aktuell drei Stimmen. Das BSW hatte zuletzt angekündigt, sich höchstens zu enthalten.
So läuft die Wahl des Ministerpräsidenten
Der Landtag wählt den Ministerpräsidenten geheim und ohne Aussprache. Im ersten und zweiten Wahlgang braucht ein Kandidat mindestens 42 von 83 Stimmen. Scheitert auch der zweite Wahlgang, stimmt der Landtag innerhalb weiterer 14 Tage über eine vorzeitige Beendigung der Wahlperiode ab. Wird sie nicht mit 42 Stimmen beschlossen, folgt sofort ein dritter Wahlgang. Dann reicht die Mehrheit der abgegebenen Stimmen; Enthaltungen zählen nicht mit.
Was nach einem erfolglosen dritten Wahlgang geschieht, regelt die Verfassung nicht ausdrücklich. Die AfD hat 39 Sitze. Stimmen alle AfD-Abgeordneten für den Kandidaten und alle übrigen dagegen, entsteht ein Patt von 39 zu 39, wenn sich das BSW enthält. Siegmund wäre damit nicht gewählt. Er hat angekündigt, nur im ersten Wahlgang anzutreten.
CDU-Auszug: Der Fraktionsvorstand schlug vor, dass die 15 CDU-Abgeordneten den Saal verlassen. Das ändert die nötigen 42 Stimmen in den ersten beiden Wahlgängen nicht. Im dritten könnte es Siegmund helfen: Bleibt die CDU auch dann draußen, während das BSW sich enthält und SPD, Grüne und Linke dagegen stimmen, ergäbe sich 39 zu 24. Ob der Vorschlag für weitere Wahlgänge gilt, ist offen. Das BSW hatte eine Enthaltung im möglichen dritten Wahlgang angekündigt, zuletzt aber eine aktive Unterstützung Siegmunds abgelehnt. Die Wahl erfolgt mit Stimmzetteln in der Wahlkabine; deshalb ist nicht erkennbar, wie einzelne Abgeordnete abgestimmt haben. Für die Beschlussfähigkeit müssen mindestens 42 Abgeordnete anwesend sein.
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