Westjordanland Israelischer Einsatz in Hebron gestartet
Stand: 24.10.2026 • 15:23 Uhr
Nach dem tödlichen Angriff auf Soldaten hat Israel in Hebron im Westjordanland einen Militäreinsatz begonnen. Premier Netanjahu kündigte eine "sehr große Überraschung" für die Palästinensische Autonomiebehörde an.
Nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser ist die israelische Armee auf Anweisung von Regierungschef Benjamin Netanjahu in die Stadt Hebron im besetzten Westjordanland vorgedrungen.
Armee reißt Häuser ein
Es fänden "präzise, gezielte und gründliche Durchsuchungen" statt, teilte die israelische Armee mit. Die "Anti-Terror-Einsätze" würden "voraussichtlich mehrere Tage andauern". Die Sicherheitskräfte rissen außerdem "illegale Strukturen ab, die eine Sicherheitsbedrohung darstellen könnten".
Die Armee erklärte weiter, die Operation konzentriere sich auf das Gebiet, aus dem die beiden mutmaßlichen Angreifer gekommen sein. Bewohner könnten nach Kontrollen und Befragungen das Einsatzgebiet über drei festgelegte Ausgänge verlassen.
Vorwürfe der Vertreibung
Palästinensische Medien berichten von Zwangsräumungen. Familien hätten nur wenige Minuten Zeit gehabt, ihre Habseligkeiten zusammenzupacken.
Der Gouverneur von Hebron warf der israelischen Regierung vor, auch unschuldige Menschen für den Angriff zu bestrafen. Kurz vor den Wahlen in Israel gehe es darum, ein gewünschtes Wahlergebnis zu erzielen, so der palästinensische Politiker.
Netanjahu droht Autonomiebehörde
Netanjahu kündigte indes eine "sehr große Überraschung" für die Palästinensische Autonomiebehörde an. In einem Interview mit dem israelischen Sender i24News wich er zwar einer direkten Antwort aus, als er gefragt wurde, ob er die Palästinenserbehörde zerschlagen werde. Der israelische Regierungschef sagte jedoch: "Ich werde diese Bedrohung mit Mitteln neutralisieren, von denen ich denke, dass sie im Moment besser ungenannt bleiben."
Nach dem Angriff am Freitag hatten bereits Finanzminister Bezale Smotrich und Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir die Auflösung und Entmilitarisierung der Palästinenserbehörde gefordert. Smotrich verlangte zudem eine Militäroffensive im Westjordanland "genau wie im Gazastreifen". Hinweise darauf, dass dieser an dem Angriff beteiligt war, lagen nicht vor.
Mit Informationen von Bettina Meier, ARD Tel Aviv
