Mühsam aber erfolgreich Doppelter Guirassy beendet Dortmunder Ergebniskrise
Stand: 20.10.2026 • 20:51 Uhr
Spielerisch nicht wirklich überzeugend, dafür aber mal wieder siegreich: Borussia Dortmund hat gegen Sabah FK in der Champions League einen wichtigen Dreier eingefahren.
Serhou Guirassy schnürte beim 2:1 (1:1) am Dienstagabend für den BVB im Olympiastadion von Baku einen Doppelpack (9. und 53. Spielminute), Aden McCarthy glich zwischenzeitlich für die Mannschaft aus Aserbaidschan aus (39.). Durch den Erfolg beendeten die Dortmunder ihre Serie von drei Pflichtspielen ohne Sieg und haben nach drei Königsklassen-Spieltagen nun sechs Zähler auf dem Konto.
Dortmund startet mit vielen Abschlüssen - und dem Führungstor
Die Partie ging direkt munter los. In der vierten Minute kamen die von Valdas Dambrauskas trainierten Gastgeber schon gefährlich in einer Umschaltsituation auf das Dortmunder Tor gestürmt, doch Kaheem Parris verpasste im Strafraum den richtigen Moment für Querpass oder Abschluss und ließ somit eine aussichtsreiche Situation ohne Ertrag verstreichen. Dann übernahm der BVB mehr die Initiative: Fabio Silva prüfte direkt im Anschluss gleich zwei Mal Stas Pokatilov im Tor der Gastgeber.
Auch Guirassy kam früh zu zwei durchaus gefährlichen Abschlüssen (7., 9.) – die Dortmunder waren sichtbar bemüht, es im Spiel nach vorne besser zu machen als zuletzt gegen Union. Und kurz bevor die Stadionuhr auf glatt 10 Minuten sprang, war es dann so weit: Carney Chukwuemeka und Silva kombinierten sich über rechts in den Strafraum, Felix Nmecha schoss vom Strafraumrand hart aber zentral auf das Tor, Pokatilov konnte die Kugel nicht festhalten und Guirassy staubte zur Führung ab.
Mehr Ballverluste und weniger Ideen
In der 23. Minute ließ Pokatilov einen Freistoß von Joey Veerman im Torwarteck erneut nach vorne abprallen, war danach aber bei Chukwuemekas Abstauber-Versuch rettend zur Stelle. Dortmund war die bessere Mannschaft, hatte seine Chancen, wirkte aber trotzdem nicht völlig sattelfest. Die Gastgeber, immer wieder bei eigenen Vorstößen lautstark von den Tribünen angefeuert, kamen durchaus ab und an gefährlich in den BVB-Strafraum und wurden dort meist erst in letzter Sekunde noch von Dortmunder Verteidigern entscheidend gestört.
Dem zuletzt ja ein wenig strauchelnden BVB fehlte es in der Folge sichtbar dann doch zunehmend wieder an eigenen Ideen im Spiel nach vorn. Dabei half auch nicht, dass die Kovac-Elf sich gegen die mutigen Gastgeber nun auch einige Ballverluste leistete. So agierte sie in der Folge immer fahriger und kam kaum noch selbst zu strukturierten Angriffen. In der 39 Minute servierte McCarthy dem Favoriten dann die Quittung: Eine Freistoßflanke von der rechten Seite landete bei dem Innenverteidiger, der den Ball am langen Pfosten im Luftduell mit Waldemar Anton ins BVB-Tor köpfte.
Nico Schlotterbeck beim Kopfball
In den Minuten bis zur Halbzeitpause war Sabah dann sogar das bessere Team und setzte die Dortmunder nochmal ordentlich unter Druck. Das konnte Kovac nicht gefallen, seine Mannschaft hatte nach durchaus ordentlichem Start die Zügel komplett aus der Hand gegeben.
Wieder trifft Guirassy früh, wieder wird es zittrig
Wie schon in Hälfte eins kam der BVB aber gut in den zweiten Durchgang. Der Bundesligist hielt die Kugel in den eigenen Reihen und hatte dann in Person von Veerman einen Geistesblitz: Der Niederländer lieferte aus dem rechten Halbfeld eine perfekte Flanke auf den am langen Pfosten einlaufenden Guirassy, der die Kugel volley aus kurzer Distanz technisch anspruchsvoll zur erneuten Führung unterbrachte (53.).
Ebenfalls wie schon in Halbzeit eins gelang es den Gästen aber nicht, den Fuß konstant auf dem Gaspedal zu lassen. Kovac reagierte und brachte Marcel Sabitzer, Jobe Bellingham und Joane Gadou für Ramy Bensebaini, Nmecha und Chukwuemeka. Doch auch das brachte erst einmal keine größere Sicherheit: Wieder schlichen sich gegen nun auch höher anlaufende Gastgeber immer mehr Ballverluste ein. Nico Schlotterbeck hatte Glück, dass Orphé Mbina nach einem Fehlpass von ihm noch entscheidend von Daniel Svensson gestört wurde und somit nicht den Ausgleich erzielte (75.).
Die Gastgeber, die ja vor einer Woche Slavia Prag 2:0 geschlagen und zuvor gegen Manchester United verloren hatten, warfen in der Schlussphase nochmal alles nach vorn, doch der BVB verteidigte diesen Arbeitssieg irgendwie über die Zeit und darf erst einmal auftamen.
Kobel: Mehr Chancen sind positiv
"Ich glaube wir haben die Chance gehabt, früher das ein oder andere Tor zu machen und ein ruhigeres Spiel zu haben. Wir haben viele Chancen herausgespielt, sicher mehr als in den letzten Wochen, das ist sehr positiv. Ein bisschen schade, dass wir es nicht geschafft haben, das Spiel früher zu entscheiden", sagte Dortmunds Torhüter Kobel nachher beim übertragenden Sender DAZN.
