Luftalarm im Baltikum Drohne in Litauen abgestürzt
Stand: 18.10.2026 • 18:13 Uhr
NATO-Kampfjets stiegen auf, Bürger wurden gewarnt: In Litauen hat eine Drohne für Alarm gesorgt, weil sie in den Luftraum eindrang. Kiew entschuldigte sich kurz darauf - und vermutet eine Störaktion Russlands dahinter.
In Litauen ist eine Drohne in den Luftraum eingedrungen. Das NATO- und EU-Land versetzte seine Streitkräfte in Alarmbereitschaft, NATO-Kampfflugzeuge stiegen auf. Bewohner im Zentrum und Norden des Landes wurden aufgerufen, für etwa eine Stunde Schutzräume aufzusuchen. Auch im benachbarten Lettland wurden die Bewohner einiger an Litauen grenzender Regionen gewarnt.
Nachdem das Objekt vom Radar verschwunden war, stürzte es ab: In der Nähe des Dorfes Juodzionys wurden mögliche Trümmerteile gefunden. Einige davon hätten ein ziviles Fahrzeug getroffen, teilte der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas mit. Verletzt worden sei niemand, sagte der Leiter des nationalen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, im litauischen Radio.
Entschuldigung aus der Ukraine
Einige Stunden nach Bekanntwerden des Vorfalls entschuldigte sich Kiew: Man bedauere den Zwischenfall, "der möglicherweise auf elektronische Kriegsführung Russlands zurückzuführen ist, die Drohnen beim Einsatz gegen legitime militärische Ziele in Russland abgelenkt haben", schrieb der ukrainische Außenamtssprecher Heorhij Tychyj auf X. Kiew sei bereit, mit Vilnius zusammenzuarbeiten, um die Sache aufzuklären.
In den vergangenen Monaten waren wiederholt Drohnen in den NATO-Luftraum in der baltischen Region eingedrungen. Die Regierung in Kiew hatte bereits früher erklärt, ukrainische Drohnen seien durch russische Störsender vom Kurs abgebracht worden.
Litauens Verteidigungsminister Kaunas hatte mitgeteilt, der unbemannte Flugkörper sei vermutlich aus dem benachbarten Polen kommend im Norden des Landes zu Boden gegangen. Die polnische Armee teilte mit, eine mögliche Verletzung des eigenen Luftraums durch ein nicht identifiziertes Objekt zu prüfen. Zugleich führte die polnische Luftwaffe nach eigenen Angaben Präventivmaßnahmen wegen russischer Raketenangriffe auf die Ukraine aus
Gescheiterter Brandanschlag auf Starlink-Lagerfirma
Der Drohnenabsturz war nicht der einzige Zwischenfall in Litauen an diesem Wochenende, den Behörden mit Russland in Verbindung bringen: Litauens Ministerpräsident Mindaugas Sinkevicius informierte über einen versuchten Brandanschlag auf ein Unternehmen, das Starlink-Ausrüstung lagert.
Demnach sei in der Nacht zu Sonntag versucht worden, eine litauische Firma in Brand zu setzen, in dem Ausrüstung für Anlagen des Satellitendienstes Starlink gelagert wird. Der Anschlag sei aber gescheitert, weil die Behörden das Unternehmen vor möglichen Angriffen gewarnt hatten und die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden seien. Es sei offensichtlich, dass es sich um einen versuchten Sabotageakt handle und Teil des hybriden Krieges Russlands sei, sagte der Regierungschef.
Nach Angaben von Sinkevicius stellt das betroffene Unternehmen den Anschluss von neun Starlink-Antennen sicher, die von der Ukraine genutzt werden. Das Satellitennetz ist ein strategisch wichtiger Bestandteil der ukrainischen Verteidigung im Krieg gegen Russland.
