Nach Zusammenbruch Kompany-Rückkehr auf der Bank erst in Wochen
Stand: 24.10.2026 • 12:18 Uhr
Vincent Kompany befindet sich nach seinem Zusammenbruch in stabilem Zustand, muss aber weiter im Krankenhaus bleiben. Beim FC Bayern denkt niemand an eine schnelle Rückkehr: Sportvorstand Max Eberl rechnet mit einer Ausfallzeit von Wochen.
Von Nicole Hornischer
Einen Tag nach dem Zusammenbruch von Vincent Kompany auf dem Vereinsgelände des FC Bayern gab Sportvorstand Max Eberl vorsichtige Entwarnung. Der Belgier befinde sich in einem stabilen Zustand, werde aber noch "einige Tage" im Krankenhaus bleiben.
"Wir haben gestern Abend auch gesprochen. Auch mit seiner Frau. Das war für uns alle natürlich kein schöner Moment", sagte Eberl vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel des FC Bayern beim SC Freiburg.
Eberl: "Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben"
Der Sportvorstand betonte, dass die Gesundheit des Trainers nun oberste Priorität habe. "Das zeigt mal wieder, dass der Fußball nicht das Wichtigste im Leben ist. Das Wichtigste ist die Gesundheit", sagte Eberl. Über Ursachen wollte er nicht spekulieren. Zwar hätten die bisherigen Untersuchungen erste Erkenntnisse geliefert, für eine genaue Diagnose seien jedoch weitere medizinische Abklärungen erforderlich.
Fest steht bereits: An eine schnelle Rückkehr auf die Trainerbank denkt beim FC Bayern niemand. "Vinnie wird alle Zeit bekommen", erklärte Eberl. Man werde bewusst keine Zeitpläne oder Fristen formulieren. "Wir müssen herausfinden, was es ist, und dann geht es darum, was die Recoveryzeit bedeutet. Wir werden nicht von Tagen reden, sondern von Wochen. Das ist uns allen klar."
Kommende Spiele "im Geist von Vinnie" bestreiten
Die Verantwortung an der Seitenlinie übernimmt daher bis auf Weiteres das Trainerteam um Co-Trainer Aaron Danks. Der Engländer hatte Kompany bereits in der vergangenen Saison vertreten, als der Chefcoach im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain gesperrt war.
Veränderungen im Trainerstab schließt Eberl ausdrücklich aus. "Wir haben so einen fantastischen Trainerstab, dessen Kopf Vinnie ist. Aber der Erfolg basiert auf einem herausragenden Team im Hintergrund." Deshalb gebe es "keinerlei Gedanken daran, irgendetwas zu verändern". Die Mannschaft solle die kommenden Wochen "im Geist von Vinnie" bestreiten.
"Irgendwann schreit der Körper"
Auf die Frage, ob der Verein Kompany angesichts seiner gesundheitlichen Probleme früher hätte bremsen müssen, zeigte sich Eberl selbstkritisch, wollte aber keine Schuldzuweisungen vornehmen. Der Trainer sei zunächst zwei Tage geschont worden, nachdem er wegen seiner Beschwerden das Training nicht hatte leiten können. Anschließend habe sich Kompany nach Angaben Eberls wieder fit gefühlt und darauf bestanden, seine Aufgaben wahrzunehmen.
"Er hat seine eigene Stimme und sein eigenes Recht", sagte Eberl. Man könne einem Trainer nicht verbieten zu arbeiten, wenn er sich gesund fühle. "Vinnie ist ein großer Arbeiter. Wenn die leisen Zeichen des Körpers nicht gehört werden, dann schreit der Körper irgendwann. Das haben wir zu akzeptieren."
Kompany hatte mit Infektion und Hüftproblemen zu kämpfen
In den vergangenen Woche hatte der 40-Jährige bereits mit einer Virusinfektion und Hüftproblemen zu kämpfen. Beim 6:1 gegen RB Leipzig verfolgte Kompany weite Teile der Partie im Sitzen. Anschließend konnte er mehrere Trainingseinheiten nicht leiten und fehlte zudem bei einer Pressekonferenz. Nach zwei Tagen Pause fühlte sich der Bayern-Coach laut Eberl wieder fit und nahm seine Arbeit wieder auf.
So stand er auch beim Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal wieder an der Seitenlinie. Wenige Tage später folgte auf dem Trainingsgelände der medizinische Notfall. Nun richtet sich beim FC Bayern der Fokus ausschließlich auf seine vollständige Genesung.
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Quelle: BR24 Radio 24.10.2026 - 08:35 Uhr
