Stand: 11.10.2026 • 22:11 Uhr
Russland hat erneut Energieanlagen angegriffen. Die Attacken erfolgten nach der Verkündung einer "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau durch US-Präsident Trump - die bislang von beiden Seiten nicht bestätigt wurde.
Das russische Militär hat nach Angaben des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu einer "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau Energieanlagen in der Ukraine attackiert. "Die Russen haben ein Kraftwerk in Kiew mit einer Schahed-Drohne angegriffen", schrieb Selenskyj in Online-Netzwerken.
Tote bei Angriffen in Charkiw und in der Westukraine
Später habe es noch weitere Angriffe auf Energieanlagen in der Region Charkiw im Nordosten der Ukraine gegeben. "Und all das geschah, nachdem der Präsident der Vereinigten Staaten seine Erklärung zu einer Energie Waffenruhe abgegeben hatte", fügte Selenskyj hinzu.
Bei einem russischen Angriff nahe einem Lebensmittelgeschäft in Charkiw seien zudem drei Menschen getötet und neun verletzt worden. Das teilte der Regionalgouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram mit.
In der Westukraine meldete der Bürgermeister der Stadt Iwano-Frankiwsk, dass bei einem russischen Angriff zwei Menschen ums Leben kamen.
Russische Flughäfen durch Drohnen lahmgelegt
Die vier Flughäfen der russischen Hauptstadt Moskau haben am Abend den Flugbetrieb wegen einfliegender ukrainischer Drohnen vorübergehend eingestellt. Auch in anderen Städten Russlands wurde der Flugverkehr durch Drohnen gestört.
Trump verkündete "Energie-Waffenruhe" offenbar unabgesprochen
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor zum wiederholten Mal verkündet, dass die Ukraine und Russland künftig auf Angriffe auf den Energiesektor der jeweils anderen Kriegspartei verzichten wollen. Die "Energie-Waffenruhe" gelte mit sofortiger Wirkung, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. "Beide Seiten haben dem zugestimmt. Bitte halten Sie sich daran!"
Mit einer ähnlichen Äußerung war Trump bereits Mitte September vorgeprescht. Beide Seiten hatten ihre Angriffe danach allerdings fortgesetzt.
Selenskyj: Wussten nichts von Waffenruhe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wusste nach eigenen Angaben im Vorfeld nichts von der durch Trump verkündeten "Energie-Waffenruhe". Er sei jedoch bereit, eine solche Vereinbarung zu akzeptieren, sollten die Russen zustimmen, sagt Selenskyj in einem Interview des US-Nachrichtenportals Axios.
Auf X teilte Selenskyj mit, er habe mit dem kanadischen Premier Mark Carney, dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und NATO-Generalsekretär Mark Rutte über den Vorstoß Trumps gesprochen. "Die Ukraine unterstützt die Waffenruhe, es ist aber wichtig, dass auch Russland dies tut", schrieb er. "Wir warten jetzt auf die Details von der amerikanischen Seite."
Vor Trumps Ankündigung hatte Selenskyj im Onlinedienst X erklärt, die Ukraine seit bereit, ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien zu stoppen, "wenn Russland aufhört, unsere Energie-Infrastruktur anzugreifen".
Unterstützung aus Frankreich und von der EU
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, er begrüße den Aufruf zu einer "echten 'Energie-Waffenruhe'". Die EU-Kommission teilte mit, Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterstütze die Forderung Selenskyjs nach einer Waffenruhe mit Russland. Zudem werde die EU den Finanzierungsbedarf der Ukraine für das kommende Jahr erörtern und weitere Mittel für Drohnen und Raketen zur Stärkung der Luftverteidigung bereitstellen.
