Stand: 21.10.2026 • 09:11 Uhr
Die beiden US-Konzerne Tesla und SpaceX, die von Tech-Milliardär Elon Musk geführt werden, prüfen einen Zusammenschluss. Sollte dieser zustande kommen, wäre es die bislang größte Fusion zweier Firmen. Doch es gibt große Hürden.
Die von Tech-Milliardär Elon Musk geführten Unternehmen Tesla und SpaceX prüfen einen rekordverdächtigen Zusammenschluss. Sollten sich die beiden Firmen vereinen, wäre es die bisher gewichtigste Fusion zweier Firmen: SpaceX ist an der Börse aktuell mehr als 1,9 Billionen Dollar wert und Tesla rund 1,48 Billionen Dollar.
Der Autobauer und die Weltraumfirma haben laut Musk dafür auf Wunsch von Aktionären spezielle Ausschüsse gebildet. Das sagte der Tech-Milliardär in einer Videokonferenz zu den Quartalszahlen von SpaceX.
Er selbst sei wegen möglicher Interessenkonflikte nicht Teil davon. Musk ist Großaktionär beider Firmen. Diese Anteile sind die Basis seines Vermögens von geschätzt rund 920 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 820 Milliarden Euro), das ihn zum derzeit reichsten Menschen der Welt macht.
Tesla-Aktionäre verhalten
Nach der Ankündigung legte die Tesla-Aktie im nachbörslichen Handel um gut zwei Prozent zu. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich Anlegerinnen und Anleger keinen großen Aufpreis bei einem Zusammenschluss mit SpaceX erhoffen. Ganz anders reagierten die Anleger von SpaceX: Die Aktien legten im nachbörslichen Handel um mehr als neun Prozent auf über 160 Dollar zu.
SpaceX war erst Mitte Juni mit einem Rekorderlös von 75 Milliarden Dollar an die Börse gegangen. Mit dem Ausgabepreis von 135 Dollar gab sich Musks Unternehmen zum Debüt eine Bewertung von fast 1,8 Billionen Dollar. In den ersten Wochen nach dem Börsengang stieg der Kurs - angetrieben unter anderem vom Interesse von Privatanlegern - bis auf gut 225 Dollar. Danach rutschte die Aktie zwischenzeitlich unter den Ausgabepreis.
SpaceX schreibt schwarze Zahlen
Mittlerweile kann auch SpaceX die hohe Bewertung immerhin mit schwarzen Zahlen begründen: Im vergangenen Quartal verbuchte SpaceX nach langer Durststrecke einen Milliardengewinn. Unterm Strich verbuchte SpaceX schwarze Zahlen von 4,4 Milliarden Dollar, der Umsatz sprang von rund 5,58 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf 14,58 Milliarden Dollar.
Vor allem die KI-Erlöse schossen von 813 Millionen Dollar vor einem Jahr auf 7,56 Milliarden Dollar im vergangenen Quartal hoch. Denn Musk hatte bereits seine KI-Firma xAI, die nicht an der Börse notiert war, in SpaceX aufgehen lassen. SpaceXSI heißt diese nun und baute große Rechenzentren auf, die inzwischen zum Teil für Milliarden-Gebühren an KI-Rivalen wie Anthropic und Google vermietet werden. Die KI-Sparte warf einen operativen Gewinn von 431 Millionen Dollar ab - nach roten Zahlen von 1,7 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.
Unternehmen kooperieren bereits
Über eine Fusion von Tesla und SpaceX wird schon lange spekuliert, Musk äußerte sich dazu bisher ausweichend. Jetzt sagte er, er persönlich finde, ein solches Zusammengehen sei eine gute Idee. Es wäre aber "übertrieben" zu sagen, dass es "mit Sicherheit" dazu kommen werde, schränkte er ein. Musk verwies unter anderem darauf, dass für einen solchen Schritt die Zustimmung von mindestens 50 Prozent aller Tesla-Aktionäre notwendig wäre.
Der Investor und langjährige Branchenanalyst Gene Munster verwies zugleich darauf, dass ein Zusammengehen wirtschaftlich Sinn ergeben könne. Tesla habe, was SpaceX bisher fehle: Die Möglichkeit, Künstliche Intelligenz über Fahrzeuge und Roboter mit der realen Welt interagieren zu lassen, argumentierte Munster im Wirtschaftssender CNBC. Deswegen gehe er von einer Zustimmung der Aktionäre aus. "Es wäre in jeder Hinsicht das einzigartigste Unternehmen der Welt."
Tesla und SpaceX kooperieren bereits bei der gewaltigen Chipfabrik Terafab, die Musk in den USA bauen will. Bisher wird dafür erst noch das Grundstück freigemacht. Ein weiteres Produkt der Zusammenarbeit sind Kaltgas-Raketendüsen von SpaceX, zumindest auf einigen Varianten eines neuen Tesla-Sportwagens, der laut Musk 2028 in die Produktion gehen soll.
