AUDIO: Heuer will den Plenarsaal bei Ministerpräsidenten-Wahl nicht verlassen (5 Min)
Streit in der CDU-Fraktion
CDU-Politiker Heuer will bei Wahl des Ministerpräsidenten im Saal bleiben
Stand: 22.10.2026 10:41 Uhr
Der frühere CDU-Fraktionschef Guido Heuer will bei der Wahl des Ministerpräsidenten nicht den Plenarsaal verlassen. Damit stellt Heuer sich gegen den Beschluss seiner Fraktion. Die CDU hatte angekündigt, geschlossen aus dem Saal zu gehen, wenn Ulrich Siegmund für die AfD zur Ministerpräsidentenwahl antritt.
von MDR SACHSEN-ANHALT
Der frühere CDU-Fraktionschef im Landtag von Sachsen-Anhalt, Guido Heuer, will bei der Wahl des Ministerpräsidenten im Dezember im Plenarsaal bleiben. Damit stellt sich Heuer gegen den Beschluss seiner Fraktion. Er erklärte im Interview mit dem Portal "Nius", bei der geheimen Wahl würde ein Auszug die Enthaltung offenlegen.
Kritiker ordnen "Nius" als rechtskonservativ, rechtspopulistisch und polarisierend ein. Auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT lehnte Heuer ein weiteres Gespräch ab: "Es ist alles gesagt".
CDU plant, bei Siegmund-Wahl Saal zu verlassen
Die CDU-Fraktion hatte nach der Wahl des AfD-Landtagspräsidenten Tobias Rausch angekündigt, im Dezember geschlossen den Saal zu verlassen, wenn Ulrich Siegmund sich als Ministerpräsident zur Wahl stellt. Rausch hatte vier Stimmen mehr bekommen als AfD und BSW zusammen haben. Das führte zu Spekulationen darüber, wie CDU-Abgeordnete abgestimmt haben.
Video: Tobias Rausch mit 48-Ja-Stimmen gewählt (1 Min)
Die 15 Abgeordneten der CDU-Fraktion hatten daraufhin mit 14 Stimmen beschlossen, während der ersten zwei Wahlgänge den Saal zu verlassen. Stimmt die AfD geschlossen für Siegmund ab, würde dieser 39 Stimmen enthalten – weniger als die notwendige absolute Mehrheit. Heuer hatte sich bei dem Fraktionsbeschluss enthalten. Wie er im Landtag abstimmen werde, ließ er nun offen und verwies darauf, dass die Wahl geheim sei. Als "überzeugter Christdemokrat" wisse er aber, was er zu tun habe.
Heuer: Keine Koalition mit AfD – aber auch keine Brandmauer
Gegenüber der AfD forderte Heuer im Interview "eine Politik der roten Linien" statt einer Brandmauer: Eine Koalition mit der Partei, deren Landesverband der Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem einstuft, schloss er ebenso aus wie eine Tolerierung – wechselnde Mehrheiten bei Sachfragen und eine Minderheitsregierung aber nicht.
Für den CDU-Landesverband forderte Heuer einen "Neuanfang". Als möglichen neuen Vorsitzenden unterstütze er Sepp Müller.
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