Geständnis nach 19 Jahren Fall Langley - Vermisste wurde Opfer einer Gewalttat
Stand: 19.10.2026 • 17:43 Uhr
Im Fall der seit dem Sommer 2007 vermissten Kerstin Lee Langley aus Regensburg gibt es einen Durchbruch: Die damals 39-Jährige soll von einem Trio getötet worden sein. Eine der Verdächtigen legte nun ein Geständnis ab.
Von Florian Deglmann, Marcel Kehrer
Ermittler in Regensburg haben einen Vermisstenfall geklärt, der sie 19 Jahre lang beschäftigt hat. Demnach ist die seit 2007 vermisste Kerstin Lee Langley Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft heute bekannt gaben, brachte ein Geständnis Klarheit.
Langley soll in Regensburger Wohnung getötet worden sein
Die seit 19 Jahren vermisste Kerstin Lee Langley soll 2007 in einer Regensburger Wohnung erwürgt worden sein. Es gibt drei Tatverdächtige, die "aus verschiedenen Gründen einen Groll" auf die Frau gehabt hätten, erklärte Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher, Details nannte er auch auf Nachfrage nicht. Der Verdacht laute auf gemeinschaftlichen Totschlag.
Drei Tatverdächtige, einer ist schon gestorben
Zu den Beschuldigten zählt eine 56-jährige Frau, die im August dieses Jahres zur Polizei in Nittendorf kam und erklärte, sie wolle reinen Tisch machen. Die Frau nannte den Ermittlern mehrere Orte, an denen Teile der Leiche abgelegt worden sein sollen. Daraufhin wurden bei Grabungsarbeiten in Berg bei Neumarkt menschliche Überreste gefunden. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten heute auf ihrer Pressekonferenz, dass die Überreste mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Kerstin Lee Langley gehörten. Das hätten DNA-Untersuchungen ergeben, so der Regensburger Kripo-Chef Robert Fuchs. Der Fundort der Knochen war rund 500 Meter von dem Ort entfernt, an dem die Polizei bereits 2012 gesucht hatte.
In Sulzbach-Rosenberg waren zudem Sondierungsarbeiten durchgeführt worden. Der männliche Beschuldigte ist in Untersuchungshaft, ein weiterer Beschuldigter ist bereits verstorben. Er ist der Ex-Mann der weiblichen Verdächtigen. Gegen sie wurde ebenfalls Untersuchungshaft angeordnet, diese wurde aber außer Vollzug gesetzt. Hier sei die Fluchtgefahr nicht so hoch.
Tatverdächtige gab es bereits 2012 – Indizien reichten nicht aus
Mit der beschuldigten Frau hatten die Ermittler 2012 bereits gesprochen – nachdem sie bei einer Faschingsfeier erzählt hatte, dass ihr Ex-Mann zwei Frauen getötet habe. Zwei Zeuginnen gingen zur Polizei – allerdings wurde eine der angeblich getöteten Frauen wohlbehalten angetroffen. Die Ermittler hatten bereits damals den Verdacht, dass die zweite Frau Kerstin Lee Langley gewesen sein könnte. Die Tatverdächtige zeigte auch damals einen angeblichen Ablageort der Leiche und brachte auch die anderen beiden Beschuldigten ins Spiel. Die Indizien reichten laut Kripo damals aber nicht aus, um gegen die Tatverdächtigen weiter vorzugehen.
Ermittler gingen auch Hinweisen eines Sehers nach
Der Fall wurde zum Cold Case. Auch ein Aufruf in der Sendung "Aktenzeichen XY … ungelöst" brachte keine neue Spur. Sogar einem Hinweis eines Sehers ging die Polizei nach. In dem von ihm genannten Waldstück bei Sinzing fanden die Ermittler allerdings nur Tierknochen. Im Juni setzte die Polizei eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise aus, die zum Auffinden der Vermissten führen. Ein Gewaltverbrechen sei nicht ausgeschlossen, hieß es damals.
Im Video: Fall Kerstin Langley vor der Aufklärung
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Quelle: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz 19.10.2026 - 04:30 Uhr
