AUDIO: Erste Runde der Koalitionsverhandlungen in MV beendet (1 Min)
Stand: 12.10.2026 17:44 Uhr
SPD, Linke und Grüne beendeten am Montag die erste Runde ihrer Koalitionsverhandlungen. Die drei Seiten betonten im Anschluss erneut die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Darüber hinaus sollen wirtschaftliche Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und Schutz von Umwelt und Natur im Mittelpunkt der Konsultationen stehen.
Erstmals kamen die Spitzen-Verhandler der drei Parteien mit den Leitern der jeweiligen sieben Arbeitsgruppen im Fraktionssaal der SPD im Schweriner Schloss zusammen. Konkrete Ergebnisse gab es noch nicht. Der Zeitplan sei mit drei Wochen ambitioniert. Die Arbeitsgruppen sollen in den nächsten drei Wochen die Einzelheiten des Koalitionsvertrags festlegen. Manuela Schwesig (SPD) sprach von "einem gemeinsamen Geist der Koalition", man wolle stabil und verlässlich sein. Die Spitzen-Verhandler Hennis Herbst (Die Linke) und Claudia Müller (Die Grünen) äußerten sich ähnlich. SPD, Linke und die Grünen versprechen einen neuen Politikstil - mit mehr Bürgerbeteiligung schon im Vorfeld von neuen Gesetzen.
Künftige Koalition gegen Sozialabbau
Das mögliche Koalitions-Trio will das Leben bezahlbarer machen - vor allem für junge Leute, beispielsweise mit einem günstigen MV-Ticket oder einem zinslosen Darlehen für den Führerschein. Die drei Partner bekennen sich auch zu einem Vorgehen gegen Sozialabbau auf Bundesebene - beisielsweise stellen sie sich gegen die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Ebenso wolle man sich für einen Preisdeckel bei den Spritpreisen und eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne stark machen.
Parlamentarischer Ausschuss zu Rechtsextremismus geplant
Aufmerksamkeit verspricht ein geplanter parlamentarischer Ausschuss, den die Koalition einsetzen will. Dieser soll laut Herbst "rechtsextreme Strukturen und Verbindungen ins Parlament genauer aufklären". Der Schritt dürfte unter anderem gegen die AfD gerichtet sein, die bei der Wahl zwar mit 38,2 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft ins Parlament einzog, aber in der Opposition bleibt.
Parteitage im November sollen Koalitionsvertrag absegnen
Der Zeitplan steht: Am 20. Oktober tritt der Landtag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Danach gibt die Landesverfassung vier Wochen Zeit, um den Ministerpräsidenten oder die Ministerpräsidentin zu wählen. Das wäre spätestens am 17. November. Getrennte Parteitage sollen am 13. und 14. November den Koalitionsvertrag absegnen und das erste Dreier-Bündnis in der Geschichte in Mecklenburg-Vorpommern besiegeln.
