Stand: 16.10.2026 • 15:13 Uhr
Deutschland will beim KI-Boom mitwirken - die Industrie soll zukunftsfähig gemacht und der Standort für Investoren attraktiver werden. Um das zu erreichen, hat die Regierung offenbar einen Deal mit Nvidia eingefädelt.
Die Bundesregierung will deutlich mehr Investoren nach Deutschland locken und dabei einen Schwerpunkt auf die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie setzen. Es werde dabei eine Kooperation mit dem US-Chiphersteller Nvidia geben, aber auch mit deutschen Unternehmen, meldeten mehrere Medien übereinstimmend.
Nvidia ist mit seinen Produkten für Rechenzentren der zentrale Motor des KI-Booms. Das Unternehmen stellt mit Chips und Chipsystemen die Schlüsseltechnologien zum Training großer KI-Sprachmodelle und zu deren Betrieb her.
Industrielle KI soll vorangetrieben werden
Die geplante Kooperation solle ein wesentlicher Beitrag sein, um industrielle KI voranzutreiben. Dafür seien Rechenleistung und Hochleistungschips nötig, außerdem Fachkräfte. Es gehe darum, den Datenschatz der Industrie mit moderner KI zusammenzuführen.
Die Bundesregierung erwartet am Montag und Dienstag zu der Konferenz "Invest in Germany" in Berlin rund 200 Unternehmen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) will schon am Montagabend mit Nvidia-Chef Jensen Huang zusammenkommen.
Handelsblatt" Dreistelliger Millionenbetrag geplant
Laut Handelsblatt ist der Bund bereit, einen dreistelligen Millionenbetrag in das Projekt zu investieren. Privates Kapital sei entscheidend, um Deutschland zu modernisieren, sagten mehrere Regierungsvertreter laut der Nachrichtenagentur Reuters. Die Regierung wolle Investitionsmöglichkeiten aufzeigen, außerdem Reformen erläutern, die Deutschland attraktiver machten. Dazu gehörten Maßnahmen, um das Rentensystem stärker mit dem Kapitalmarkt zu verzahnen.
Deutschland wolle mit seiner Top-Bonitätsnote AAA, der hohen Rechtssicherheit und dem vergleichsweise niedrigen Schuldenstand werben. Allerdings beklagen Unternehmen immer wieder die hohen Energiekosten, den Fachkräftemangel und eine umfangreiche Bürokratie.
Klingbeil: "Deutschland ein attraktiver Standort"
Viele deutsche Firmen scheuen deswegen seit Jahren Investitionen hierzulande und weiten lieber ihre Engagements im Ausland aus. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sagte am Rande der IWF-Herbsttagung in Bangkok, die Investorenkonferenz sei über Wochen vorbereitet worden. Sie solle das Signal senden, dass Deutschland ein attraktiver Standort sei.
